Brunftzeit: Dezember - Jänner
Trächtigkeitsdauer: 24 Wochen
Wurfzeit: Juni
Beide Geschlechter tragen auf starken Stirnzapfen ihre Gehörne. Das
vier Wochen alte Junge ("Kitz") bildet bereits Hornzapfen aus. Nach 2
Monaten sind sie bereits ca. 3 cm lang. Bei Böcken werden sie bis zu 1 m
lang, bei Gaisen bis ca. 30 cm. Der Querschnitt des Bockhorns ist dreieckig, der
der Gais meist oval. Der Körper des Steinbocks ist gedrungen. Das Fell ("Decke")
ist im Sommer braungrau bis rötlichgrau, im Winter gelblich-braungrau mit
weißlicher Unterwolle. Daher wird der Steinbock auch mancherorts als "Fahlwild"
bezeichnet. Das Körpergewicht beträgt beim Bock bis zu 100 kg, bei der
Gais etwa die Hälfte.
Bis ca. 1850 wurde der Steinbock in Österreich durch übermäßiges Wildern
ausgerottet und erst wieder im 20. Jahrhundert von vorausdenkenden Jägern in
der freien Wildbahn ausgesetzt. Ursache für die frühere Ausrottung war der
Aberglaube, der dem Blut, dem Herzkreuz (einer kleinen, kreuzförmigen Verknöcherung
im Herz der Tiere), dem Bezoar (einer in Tränensäcken gesammelten und verhärteten
Flüssigkeit) und dem gemahlenen Horn Heilwirkungen zuschrieb.
In der Hofjagd
der italienischen Könige, im norditalienischen Gran Paradiso, hat sich eine
kleine Population an Steinböcken erhalten, von der aus über die Schweiz
(Engadin) die heutigen Kolonien in Mitteleuropa erfolgreich neu aufgebaut
wurden. Heute leben dadurch wieder an mehr als hundert Stellen in den Alpen weit
über 20.000 Steinböcke in freier Wildbahn, etwa 3.000 davon in Österreich,
hauptsächlich in Tirol.